Bindungsförderung während der Schwangerschaft.

Begleitung von Schwangeren zur Förderung der Mutter-Kind /Eltern-Kind-Bindung

Ist es albern, mit meinem Baby im Bauch zu reden?

Es ist zwar kein Gespräch wie zwischen zwei  Erwachsenen, aber die Kommunikation zwischen  mir als Mutter und meinem Kind ist von Anfang an möglich: Als Mutter spreche ich über meinen Körper zu meinem ungeborenen Kind. Ich erzähle wie es mir geht, alles was ich als Mutter erlebe oder fühle  übersetzt mein Körper in seine eigene Sprache zum Kind und  dies löst bei Ungeborenen eine Reaktion aus.

Das Baby kriegt also mit, wenn ich entspannt oder traurig, freudig oder gestresst bin. Mein Baby nimmt also indirekt Anteil an allen schönen aber auch an allen belastenden Gedanken und Gefühlen. Somit habe ich  eine Verantwortung für mein Kind und zwar nicht erst ab der Geburt, sondern schon lange vorher. Diese trage im übrigen nicht nur ich als Mutter, sondern auch der Vater und im Grunde genommen auch die Gesellschaft.

Ich probiere mir über die Bindungsanalyse Auszeiten zu nehmen für  die vorgeburtliche Beziehung zu meinem Kind: Ich kann Rituale etablieren, mit  meinem Baby sprechen damit es von Anfang an das Gefühl bekommt gesehen, gehört, geliebt und ernst genommen zu werden.

Wenn ich als Schwangere meinen selbstbestimmten Weg gehe und von Anfang an  im Kontakt und im Dialog mit meinem Kind bin, dann können wir als Team gemeinsam  die Geburt meistern.

Ich glaube, wenn ich mein Herz zu meinem ungeborenen Kind öffne, können erstaunliche Dinge passieren.

Eigentlich  ist es doch jedem klar, dass die allermeisten Eltern starke, glückliche Kinder haben wolle. Eine liebevolle vorgeburtliche Beziehung ist dafür ein guter Grundstein. Die Mutter-Kind Bindungsanalyse ist eine warmherzige und wirksame Möglichkeit für Mütter und auch für Väter, mit ihrem Baby in einen liebevollen und tiefen Kontakt zu kommen. Das ist grundsätzlich für jede Schwangere etwas, man muss keine Probleme haben. Die Bindungsanalyse bietet darüber hinaus aber auch die Möglichkeit, tiefer liegende Themen, beispielsweise Ängste in Bezug auf  die aktuelle Schwangerschaft oder Geburt, zu bearbeiten.

Hat es dich neugierig gemacht mehr über die Bindungsanalyse, diese vorgeburtlichen Beziehungsförderung , zu erfahren? Lies weiter..

Die Entstehung der Bindungsanalyse / Bindungsförderung

Seit den 1990er Jahren beobachten die Psychoanalytiker György Hidas und Jenö Raffai in Budapest, wie bedeutsam die Qualität der vorgeburtlichen Beziehung für die weitere Entwicklung ist. Aufgrund dieser Einsicht erarbeiteten sie die Methode der Bindungsanalyse.
Bei mittlerweile über 3000 von Jenö Raffai bindungsanalytisch begleiteten
Schwangeren zeigten sich überaus positive Auswirkungen auf den Verlauf der
Schwangerschaft, die Geburt und die Eltern Kind Beziehung:

Die Bindungsanalyse ist keine Psychotherapie – die Schwangere findet einen besseren Kontakt zu ihrem Körper, ihrer Seele und dadurch wird die Bindung zu dem noch nicht geborenen Kind in ihrer Gebärmutter gefördert.

 

Was genau ist die Bindungsanalyse?

Die Mutter-Kind-Bindungsanalyse lädt schwangere Frauen ein, zu ihrem noch nicht geborenen Kind eine tiefe Beziehung aufzunehmen. Das ungeborene Kind erlebt sich durch die Bindungsanalyse von Anfang an in seiner Persönlichkeit wahrgenommen und geachtet. Es entsteht für das Baby ein „sicherer psychischer Raum“: In diesem kann das Kind ein starkes Gefühl von Selbstwert und Selbstbewusstsein entwickeln. Dadurch wird auch in entscheidender Weise die Reifung des Gehirns und dessen Funktionsweise angeregt.

 

Für wen ist die Bindungsanalyse?

Die Bindungsanalyse eignet sich für jede schwangere Frau, die Interesse und  Freude daran hat, mit ihrem Kind in tiefem Kontakt zu sein.
Auf Wunsch kann auch der Vater des Kindes miteinbezogen werden.Besonders empfiehlt sich die Methode dann, wenn sich die werdende Mutter durch die eigene Geschichte, die jetzige oder eine frühere Schwangerschaft belastet fühlt, z.B.

  • sie war selber ein ungeplantes Kind oder hatte das „falsche“ Geschlecht
  • es gab Komplikationen während ihrer eigenen Schwangerschaft oder Geburt (vorzeitige Wehen, Blutungen, Nabelschnurumschlingung, Zange, Saugglocke, Kaiserschnitt)
  • Ängste bezüglich der aktuellen Schwangerschaft oder Geburt
  • problematische Beziehung zu den eigenen Eltern oder zum Kindesvater
  • frühere Schwangerschaftsabbrüche, Fehlgeburten, Frühgeburten oder traumatische Geburtserlebnisse

Die Bindungsanalyse schafft einen geschützten Raum, um schwierige Erfahrungen zu verarbeiten und zu integrieren.

Rahmenbedingungen und Ablauf

Idealerweise beginnt die Bindungsanalyse vor der 20. Schwangerschaftswoche.Die ersten beiden Treffen dienen der Erfassung der wichtigsten lebensgeschichtlichen Daten der schwangeren Frau und ihres sozialen Umfeldes sowie der derzeitigen Lebenssituation.

Dann beginnen die wöchentlichen Babystunden.
Zu Beginn jeder einzelnen Babystunde werden aktuelle Ereignisse und Befindlichkeiten besprochen.
Im Mittelpunkt der Babystunden steht die Begegnung mit dem ungeborenen Kind. Im Zustand der Entspannung wird die Schwangere angeleitet, sich mit ihrem Baby auf einen inneren Austausch einzulassen.
Die Kommunikation kann auf verschiedene Weise stattfinden.

  • Austausch von Mutter und Kind auf einer bildhaften Ebene
  • Begegnung in Form von inneren Dialogen
  • Kommunikation aufgrund der Wahrnehmung von Körperempfindungen

Bei Irritationen oder Schwierigkeiten ist Raum und Zeit, diesen nachzuspüren und sie zu bearbeiten.

Die Abschlussphase beginnt in der 37. Schwangerschaftswoche und endet etwa
zehn Tage vor dem errechneten Geburtstermin.
Nun beginnt die Mutter, sich von der Zeit der Schwangerschaft zu verabschieden. Das Baby wird auf den Übergang in die Welt draußen eingestimmt.Ängste und innere Hemmnisse der Schwangeren können rechtzeitig erkannt und besprochen werden.
Mutter und Kind bereiten sich auf den körperlichen Geburtsvorgang vor, damit die Geburt zu einer bereichernden Erfahrung werden kann.

 

Die häufigsten Erfahrungen

  • die Geburt wird natürlich und kürzer
  • die Notwendigkeit für geburtshilfliche Eingriffe nimmt deutlich ab.
  • Kaiserschnitt – Entbindungen sind seltener
  • geringere Geburtsbelastung zeigt sich durch selteneres Schreien des Neugeborenen
  • schlafen besser
  • nach der Geburt wenden sich die Babys neugierig der Welt zu, sind emotional stabil.
  • die Verständigung mit den Babys nach der Geburt ist viel einfacher und der Umgang mit ihnen gelingt mehr „intuitiv“.

«Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und uns hilft zu leben.  «    (Hermann Hesse)

 

 

 

 

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