Schreibaby-Hilfe.

Eltern mit einem Schreibaby können durch das dauernde, unstillbare Weinen, Schreien oder Quengeln ihres Babys in Not und Verzweiflung geraten. Sie tun ihr Allerbestes, doch die Babys beruhigen sich immer nur kurz, schlafen kaum und verlieren durch die kleinste Veränderung ihre Sicherheit. Sie können sich nicht so schnell an ihre neue Umgebung anpassen und drücken dies unter anderem mit Unruhe und Schreien aus.

Schreibaby – Was bedeutet das?

Schreibaby-Krisen nehmen in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt oft einen dramatischen Verlauf: Die Babys sind unzufrieden und schreien stundenlang, ohne dass sie von den Eltern beruhigt werden können. Die Körper der Säuglinge sind steif und gespannt. Ihre Augen vermeiden den Blickkontakt und zeigen wenig Interesse an der Welt. Eltern stehen diesem Szenario häufig ohnmächtig gegenüber. Verzweiflung und Hilflosigkeit bestimmen das Zusammensein mit diesen Babys. Besonders schmerzhaft ist für die Eltern der Verlust des emotionalen Kontaktes zum Kind. Neben einer allgemeinen Gereiztheit sind körperliche Verspannungen, Erschöpfungszustände und Schlaf­störungen die häufigsten Symptome der postnatalen Krise auf Seiten der Eltern.
Nebst der Unterstützung von Familie und Freunden, brauchen Eltern von einem Schreibaby dringend Beratung von einer Fachperson. In der Schreibaby-Hilfe unterstützen wir anhand sanfter, körperorientierter Methoden Eltern und ihre Kinder dabei, psychische und körperliche Spannungszustände zu begreifen, eigene Kräfte und Ressourcen zu entdecken und so Spannungssituationen zu lösen. In den Sitzungen erlernen die Eltern einfache Massnahmen um die angespannte Situation in die sie mit ihrem schreienden Kind geraten sind, zu beruhigen.

Was ist ein Schreibaby?

Babys weinen viel, aber wie viel ist normal? Schreit mein Baby wirklich so viel oder bilde ich mir das nur ein? Bin ich nur zu empfindlich? Diese und ähnliche Fragen stellen sich viele Eltern. Je nach Quelle sind 8 bis 20 Prozent aller Neugeborenen Schreibabys. Aber woher können wir wissen, wie viel nun normal ist? Es gibt die weit verbreitete Dreierregel. Sie soll aber nur als Anhaltspunkt dienen. Auch wenn ein Baby weniger lange oder seltener schreit kann es die Eltern an den Rand der Verzweiflung bringen.

«Ein Schreibaby ist ein Kind, das mehr als drei Stunden pro Tag (innerhalb 24 Stunden), an mehr als drei Tagen pro Woche, während mehr als drei aufeinander folgenden Wochen schreit.»

Das Schreien beginnt oft erst in der 2. bis 3. Lebenswoche, hat seinen Höhepunkt um die 6. Woche und endet meistens im Laufe des 4. Monats. Das Baby kann während den Schreiattacken nicht oder nur kurzfristig beruhigt werden, schläft schlecht ein, der Schlaf ist von kurzer Dauer. Schreit das Baby viele Stunden am Tag, reagieren die meisten Erwachsenen mit Rückzug, Stress und vermehrter Verunsicherung auf die Reaktionen des Kindes. Diese exzessiv schreienden Babys lassen sich in der Regel nicht mehr durch herkömmliche Methoden – wie Körperkontakt, Schaukeln auf dem Arm oder Singen – beruhigen.

 Ziele der Schreibaby-Beratung

  • Eltern wissen was sie mit sich und dem Baby während einer Schreiphase tun können, damit sich die Situation für beide im Moment der Krise verbessert.
  • Eltern können wieder inneren Halt und Gelassenheit finden und dadurch mit sich und ihrem Baby schrittweise in einen liebevollen Kontakt kommen.
  • Eltern kennen haltgebende Berührungen am Körper des Babys (während und nach dem Schreien).
  • Eltern sehen und verstehen die Signale des Babys und können somit Missverständnisse verhindern.

  • Eltern kennen die Auslöser für das Schreiens des Babys und können diese besser begleiten.
  • Eltern erhöhen die elterliche Kompetenz durch die Beratung, fühlen sich sicherer, zufriedener und ruhiger im Zusammensein mit ihrem Baby.
  • Eltern verlassen durch die Beratung die Erschöpfungsspirale, kommen wieder zu sich selbst und in Verbindung zu ihrem Baby.

„Wenn ein Baby leidet, leidet eine ganze Familie.“

Beratungsablauf

  • In einem ersten Telefongespräch hören wir uns Ihr Anliegen an.
  • Wir beantworten erste Fragen und vereinbare so bald als möglich einen ersten Termin.
  • Wir bieten Ihnen Offenheit und Verständnis, Zeit und Raum um von Ihren Problemen erzählen zu können.
  • Gemeinsam suchen wir im Gespräch nach Ressourcen (bisher unter Umständen verdeckten Möglichkeiten) um Sie im täglichen Leben mit Ihrem Baby zu entlasten.
  • Wir stellen Ihnen unsere Erfahrungen und unser Wissen zur Verfügung und bieten Ihnen und Ihrem Partner/in und Ihrem Baby sanfte körperorientierte Übungen an. Diese unterstützen den Organismus von Eltern und Baby, einen Weg aus der seelischen und körperlichen Krise zurück in die Entspannung zu finden. So können Sie wieder Kraft und Vertrauen in Ihre elterliche Intuition und Kompetenz erlangen.

  • Wichtig: Ihre Wünsche und persönlichen Grenzen bzw. die Ihres Kindes werden unbedingt gewahrt (u.a. Verschwiegenheit).
  • Die Krisenbegleitung ist zeitlich begrenzt. Je nach Thematik/Problematik werden zwischen fünf und zehn Termine benötigt, selten mehr.
  • Sollte weiterführende Unterstützung (z.B. Psychotherapie) sinnvoll erscheinen, unterstützen wir Sie gerne dabei, einen geeignete(n) Therapeut(in) zu finden.